... Das Lied der Sternengöttin ...

mit freundlicher Genehmigung von © Dr. Donate Pahnke McIntosh ( Selene-Institut )
 

Quelle: Bernhard Mayr / pixelio.de

Das Lied der Sternengöttin gehört zu den bekanntesten Texten der modernen Hexenbewegung. Er zählt zu den wenigen Werken, mit dem sich so gut wie alle Hexen der verschiedenen Traditionen und Ausrichtungen  identifizieren können. Die Urfassung stammt aus der Feder der Grand Old Lady Doreen Valiente (1922-1999). Die heute allgemeingebräuchliche Form stammt  von  der Reclaiming-Mitbegründerin Starhawk.
Die vorliegende autorisierte Übersetzung darf ich mit freundlicher Genehmigung von der Verfasserin Dr. Donate Pahnke McIntosh ( Selene-Institut ) hier verwenden:

Der Aufruf der Göttin

Hört die Worte der Großen Mutter, die von altersher gerufen wurde Artemis, Astarte, Dione, Melusine, Aphrodite, Cerridwen, Diana, Arianrhod, Brigid und bei vielen anderen Namen:

Wann immer ihr etwas braucht, sollt ihr euch einmal in Monat, am besten, wenn der Mond voll ist, an einem geheimen Ort versammeln und meinen Geist anbeten, die ich die Königin aller Weisen bin. Ihr sollt frei sein von Sklaverei, und als Zeichen, dass ihr frei seid, sollt ihr nackt sein bei euren Riten. Singt, feiert, tanzt, musiziert und liebt euch, alles in meiner Gegenwart, denn mein ist die Ekstase des Geistes und mein ist auch die Freude auf Erden. Denn mein Gesetz ist: Liebe zu allen Wesen.
Mein ist das Geheimnis, das die Tür zur Jugend auftut, und mein ist der Weinkelch des Lebens, welcher ist der Kessel der Cerridwen, der heilige Gral der Unsterblichkeit.
Ich schenke das Wissen des ewigen Geistes, und jenseits des Todes gebe ich Frieden und Freiheit und vereine euch wieder mit denen, die vor euch gegangen sind. Auch verlange ich keinerlei Opfer, denn siehe, ich bin die Mutter aller Dinge, und meine Liebe ergießt sich über die Erde.


Hört die Worte der Sternengöttin, zu deren Füßen die Weite des Himmels wie Staub liegt und deren Leib das Universum umkreist:


Ich, die ich die Schönheit der grünen Erde bin
und die weiße Mondin unter den Sternen
und die Mysterien der Wasser,
ich rufe eure Seelen, sich zu erheben und zu mir zu kommen.
Denn ich bin die Seele der Natur, die das Universum lebendig macht.
Aus mir gehen alle Dinge hervor,
und zu mir müssen sie zurückkehren.
Verehrt mich jauchzenden Herzens,
denn siehe, alle Akte der Liebe und Freude sind meine Rituale.
Laßt in euch sein
Schönheit und Kraft,
Macht und Mitgefühl,
Ehre und Demut,
Heiterkeit und Ehrfurcht.
Und ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset,
dass all euer Suchen und Sehnen vergeblich sein werden,
wenn ihr das Mysterium nicht kennt:
Wenn ihr das, was ihr sucht, nicht in eurem Inneren findet,
werdet ihr es im Außen niemals finden.
Denn siehe, ich bin bei euch gewesen von Anbeginn,
und ich bin es, zu der ihr gelangt am Ziel eures Verlangens.



Quelle: autorisierte Übersetzung von Dr. Donate Pahnke McIntosh

Bildquelle: Fotos v.o.n.u.: Bernhard Mayr  pixelio.de